Das CJD - Die Chancengeber CJD Sachsen

„Ich hatte ein bewegtes Arbeitsleben im CJD und ein super Team.“ Regine Reinhardt von der Produktionsschule in Heidenau geht in Rente.

13.11.2018 CJD Sachsen « zur Übersicht

Regine Reinhardt, Küchenmeisterin, Ausbilderin und IHK-Prüferin kocht seit 47 Jahren. Seit 2015 arbeitet sie in der Heidenauer Produktionsschule „Der Hofladen“, die keine Schule im eigentlichen Sinne ist sondern vielmehr ein Lernort an dem Arbeiten und Lernen kombiniert werden. Hier können benachteiligte Jugendliche im Alter zwischen 15 bis 27 Jahren ihren Hauptschulabschluss nachholen und sich in verschiedenen, praktisch orientierten Arbeitsbereichen qualifizieren.

Im hauswirtschaftlich-gastronomischen Dienstleistungsbereich ist Regine Reinhardt als resolute und beliebte Werkstattpädagogin/Küchenchefin tätig. Gelernt hat sie ihren Beruf in Dresden, danach viele Jahre als Küchenleiterin bis 1993 für einige hunderte Menschen täglich in der Küche des VEB Kunststoffverarbeitung Sebnitz gekocht, bevor sie am 1. September 1996 ins CJD nach Heidenau kam. Hier hat sie als Ausbilderin im Küchenbereich in der Beikoch-Ausbildung angefangen, zwischenzeitlich als Sozialpädagogin im Metall-, Bau- und Gartenbaubereich gearbeitet, eine Ausbildereignungsprüfung bestanden und sich zusätzlich in den Bereichen Rehabilitations- und Sonderpädagogik weitergebildet. „Am Anfang hier war ich ein kleines Rad im großen Getriebe. Nach den vielen Jahren spüre ich, dass ich etwas Gutes hinterlassen habe.“, sagt sie und blickt aus dem Fenster ihres Büros in der Pirnaer Straße in Heidenau.

Sie macht ihre Arbeit sehr gern und hat immer ein offenes Ohr für die vielfältigen Nöte und Sorgen der Teilnehmer auch außerhalb des Küchenbereiches. Besonderen Wert legt sie darauf, dass alles frisch gemacht wird und nichts aus der Dose oder Tüte kommt. Das und das Selbstgemachtes aus frischen Zutaten nicht teuer sein muss, möchte sie ihren Schützlingen mit auf den Weg geben. Im gastronomisch-hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereich der Produktionsschule sind Regine Reinhardt und ihre jungen Leute zum Beispiel auch für das Catering bei Veranstaltungen in und außer Haus verantwortlich. „Hektik und Chaos mag ich nicht. Bei mir muss vorher alles geplant werden.“, sagt Regine Reinhardt. So läuft es auch wie am Schnürchen, wenn die Gruppe zum Beispiel zu Wahlen in Pirna die Wahlhelfer mit 1.000 Brötchen versorgen muss. Verpflegt werden außerdem täglich die Teilnehmenden und Mitarbeitenden der Produktionsschule. Regine Reinhardt achtet darauf, dass Sonderwünsche erfüllt werden. Diesen extra Service leistet sie besonders gern, da sie vom Zusammenhalt und von der guten Zusammenarbeit des gesamten Teams überzeugt ist. „Jeder hilft hier jedem und, wenn eine keine Möhren mag, bekommt sie eben Kohlrabi.“, sagt sie und lacht verschmitzt. Diese kulinarischen Vorlieben zu berücksichtigen bereiten ihr eine Freude.

Einschneidend sind für sie vor allem die großen Veränderungen in 2010 nach dem Wegbrechen der überbetrieblichen Ausbildung zum Beikoch gewesen. Viele ehemalige Kollegen mussten gehen und die Zahlen der jugendlichen Teilnehmenden sanken drastisch. Von vier Ausbildern in der Küche war sie die einzige, die bleiben konnte. Ab 2010 arbeitete sie auch in verschiedenen Projekten der Erwachsenenqualifizierung. Besonders gefallen haben ihr Ereignisse wie der Weihnachtsmarkt und das Apfelfest, die im ehemaligen Gebäude des CJDs in der Heidenauer Pechhüttenstraße stattfanden sowie die Berufswettbewerbe für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. „Wenn meine Lehrlinge das geschafft und gute Ergebnisse hatten, war ich so stolz!“, sagt sie.

2012 erkrankte sie ernsthaft. Auch deshalb freut sie sich auf die Zeit nach dem Arbeitsleben im CJD. Sie möchte ihre Rente genießen, Zeit mit Freunden und vor allem mit ihrem Mann und ihrem Sohn verbringen. Südtirol liebt sie. Und Soßen. Kochen bleibt ihre professionelle und private Leidenschaft. Wenn ihr langjähriger Freundeskreis sie besucht, muss sie immer etwas kochen, was es vorher noch nicht gab, zum Beispiel Mangold aus dem eigenen Garten, eingewickelt in Schinken, gefüllt mit Fetakäse. Am 30. November ist es soweit. Regine Reinhardt geht in die wohlverdiente Rente.

Liebe Frau Reinhardt, das CJD Sachsen bedankt sich für Ihr langjähriges, außergewöhnliches Engagement und wünscht Ihnen Mut und Freude für den neuen Lebensabschnitt! Alles Gute liebe Frau Reinhardt!