Das CJD - Die Chancengeber CJD Sachsen

„ALAIF" - Assisted living and integration for foreigners

Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) in Heidenau

Kriege, Bürgerkriege, Krisen, Unruhen und Konflikte, Armut, Naturkatastrophen, Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen und Perspektivlosigkeit veranlassen Millionen von Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Die Flucht im Familienverband gelingt nicht immer. Nicht selten sind minderjährige Kinder und Jugendliche dazu angehalten, allein zu fliehen. Dies kann sowohl vor dem Hintergrund ökonomischer Notlagen und/oder des Verlustes von Angehörigen als auch durch weitere kinder- und jugendspezifische Gründe, wie zum Beispiel drohende Genitalverstümmelung, sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, Sippenhaft, Umerziehungsmaßnahmen oder der Einsatz als Kindersoldaten.

Über „ALAIF"

Am 15. Juli 2015 hat das Bundeskabinett das „Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher" des BMFSFJ verabschiedet, das eine bundesweite Umverteilung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern (umA) nach Quote regelt.

Das CJD hat seine Wurzeln in der Arbeit mit Flüchtlingen und Kriegsopfern: Mit der Vision „Keiner darf verloren gehen!" hat es schon vor mehr als 60 Jahren Kriegswaisen und Jugendlichen ohne Heimat und Familie eine neue Perspektive gegeben. Auch heute bietet das CJD Flüchtlingen eine langfristige Perspektive und fördert ihre Inklusion in unsere Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund sowie aufgrund seiner Kompetenzen im Bereich der stationären Unterbringung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe und der Erfahrungswerte bei der Begleitung und Unterstützung junger Migranten durch den Einsatz im Bereich der Jugendmigrationsdienste kann und will sich das CJD Sachsen auf diesem Aufgabenfeld einbringen, um die anstehenden Integrationsprozesse in Sachsen tatkräftig zu fördern.

Inhalte
  • Betreuung und Versorgung der Minderjährigen
  • Einleitung und Koordinierung von Maßnahmen zur Überwindung von Notsituationen in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt, Sozialamt und der Ausländerbehörde
  • Beteiligung bei der Entwicklung von Anschlussperspektiven
  • Hilfe zur Bewältigung des Lebensalltages mit Hilfe eines Etappenplanes
  • Hilfe zur Stabilisierung nach traumatischen Erlebnissen
  • Begleitung im Asylverfahren
  • Vermittlung von Sprachkenntnissen
  • Vermittlung von Schul- bzw. Berufsschulangeboten
  • Berufliche Orientierung, Vermittlung in Ausbildung
  • Freizeitgestaltung
  • Kontaktgestaltung durch ein Bezugsbetreuersystem
  • Aufnahmeverfahren (Willkommensritual)
  • Herstellung und Pflege von gesellschaftlichen Kontakten (z.B. Vereine)
Grundlagen (§§)

§ 34 SGB VIII

Zielgruppe

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge männlichen und weiblichen Geschlechts im Alter vom 14. Lebensjahr bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

Aufnahmekapazität

12 Plätze

Ziele und Leistungen
  • Der Junge Mensch orientiert sich im Alltag innerhalb der Wohngruppe und im (deutschen) Alltag

  • Stärkung der persönlichen Fähigkeiten, emotionale Stabilisierung und Weiterentwicklung sozialer Fähigkeiten

  • Der Jugendliche lernt, sich unter Anleitung um seine gesundheitlichen und hygienische Belange zu kümmern

  • Aufbau von sprachlichen Kenntnisse und schulischem Wissen bis zum Erreichen eines Schul- bzw. Ausbildungsabschlusses

  • Der Jugendliche kann die unterschiedlichen Elemente und verschiedenen Ebenen seines Migrations- und Integrationsprozesses einordnen und mit Unterstützung und Anleitung seines Bezugsbetreuers handhaben.

  • Entwicklung von realistischen und realisierbaren Perspektiven für den weiteren Lebensweg

Ansprechpartnerin des Angebots

Jenny Granz

fon: 03529-5290600
wg-heidenau@cjd-sachsen.de

Zuordnung des Angebotes zur internen Struktur des CJD Sachsen