Produktionsschule ERZ

Produktionsschulorientierte Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben für benachteiligte junge Menschen

Adresse

CJD Annaberg-Buchholz
Produktionsschule ERZ
Frohnauer Gasse 17
09456 Annaberg-Buchholz

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag, 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Inhalte

Die „Produktionsschule ERZ“ ist ein Förder- und Unterstützungsangebot für bis zu 24 mehrfach beteiligte Jugendliche und junge Erwachsene mit einem erhöhten sozialpädagogischen Förderbedarf im Alter von 15 bis 25 Jahren.

Unsere Produktionsschule versteht sich als ganzheitlicher Lern- und Lebensraum, zu dem auch gemeinsame Mahlzeiten, Feiern und Freizeitaktivitäten gehören. Die Produktionsschüler werden projektbegleitend in allen Lebenslagen sozialpädagogisch unterstützt. Wir geben Halt, entwickeln feste Rituale und Tagesstrukturen. Erfolge werden gemeinsam ausgewertet und gewürdigt.

Im Rahmen der sozialpädagogischen Tätigkeit arbeiten wir zur Klärung von persönlichen Problemen der Produktionsschüler und zum Abbau ihrer individuellen Beeinträchtigungen eng mit Institutionen und Betreuungsdiensten, wie dem Referat Jugendhilfe im Erzgebirgskreis, dem Kommunalen Jobcenter, Agentur für Arbeit/Berufsberatung, Suchtberatungsstellen oder der Schuldnerberatung sowie mit gerichtlich bestellten Betreuern zusammen.

Neben der regionalen Einbindung ist die Produktionsschule ERZ sowohl in sachsenweiten, deutschlandweiten als auch europäischen Arbeitskreisen und Gremien (z.B. EVBB) aktiv. Wir sind Mitglied im Arbeitskreis der Produktionsschulen des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V..

Die Produktionsschule ERZ versteht sich als arbeitsweltbezogenes Projekt. Alle Kundenaufträge und Prozesse, von der Auftragsakquise bis zur Auslieferung an den Kunden, werden von Produktionsschülern geplant, durchgeführt und möglichst auch zum Ergebnis gebracht. Zu Beginn der Qualifizierung findet eine Kompetenzfeststellung auf der Grundlage des Profil AC statt, um zu erkennen, welche Stärken unsere Jugendlichen in die gemeinsame Arbeit einbringen können. Unsere Teilnehmer/Teilnehmerinnen werden dabei immer von erfahrenen Anleitern und Sozialpädagogen begleitet und unterstützt. Dazu gehören neben der Abklärung der beruflichen Eignung, die Aufarbeitung individueller Probleme sowie die Unterstützung, Förderung und Begleitung in allen Lebenslagen. Kompetenzen werden gemeinsam entwickelt, trainiert und ausgebaut. In jedem Praxisfeld erlangen die Teilnehmenden spezifische Befähigungsnachweise (z.B. Kassentraining, Umgang mit elektrischen Handwerkzeugen, Nähmaschinenpass).

Projektzeitraum

01.01.2021-31.12.2022

Ziel
  • Persönliche Hemmnisse abbauen, um eine Basis für eine passgenaue und individuelle Berufswegeplanung zu schaffen,
  • soziale und berufliche Reintegration mehrfach benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener,
  • Förderung des lebensbegleitenden Lernens,
  • Auf- und Ausbau der Berufswahlkompetenz,
  • Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit durch die Einbindung in reale unternehmerische Strukturen bei gleichzeitiger Bereitstellung individueller Qualifizierungszyklen,
  • Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung und (Re)integration in das Berufsausbildungssystem und/oder Erwerbsleben durch ein integratives sozialpädagogisches Konzept am Arbeitsplatz. 

Auf der Ebene des eingebundenen Teilnehmers bedeutet das vor allem:

  • Auf- und Ausbau sozialer Kompetenzen (z.B. Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit),
  • Auf- und Ausbau fachlicher Kompetenzen (z.B. Mathematik, Deutsch, in Abhängigkeit des Einsatzfeldes: Bearbeitung von Werkstoffen),
  • Auf- und Ausbau übergreifender Kompetenzen (z.B. Erwerb von unternehmerischen Kenntnissen und Einstellungen, Problemlösefähigkeit und Kreativität),
  • Entwicklung, Ausprägung und Förderung der Lernmotivation, Lernpotenziale und Lernbereitschaft,
  • Erleben von Arbeitsprozessen in verschiedenen Berufsfeldern unter Echtheitsbedingungen mit Ernstcharakter,
  • Motivation zur aktiven und eigenverantwortlichen Gestaltung der weiteren Lebensbiografie. 

Auf der Ebene unserer Wirtschaftsregion bedeutet das:

  • Sensibilisierung von Wirtschaftsunternehmen für benachteiligte Jugendliche, indem diese nicht mehr über ihre Problembereiche, sondern über ihre Leistungsfähigkeit mit Unternehmen und anderen Partnern in Kontakt treten,
  • Sensibilisierung von benachteiligten Jugendlichen für unsere Erzgebirgsregion, indem sie regionale Bedarfe und Entwicklungschancen erkennen und gemeinsam entsprechende Angebote (Produkte und Dienstleistungen) planen, vermarkten und durchführen,
  • Erweiterung der regionalen Produkt- und Dienstleistungsstruktur durch ein auf den Bedarf zugeschnittenes Unternehmenskonzept. 

Neben den Produktions- und Dienstleistungsbereichen, den individuellen Qualifizierungsmodulen und der Einzelfallhilfe bietet die „Produktionsschule ERZ“ gemeinsame Freizeitmöglichkeiten an, führt Exkursionen durch und gestaltet erlebnisorientierte Gruppenangebote.

Zielgruppe

Junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren:

  • mit und ohne Schulabschluss, die jedoch ihre allgemeine Schulpflicht erfüllt haben,
  • ohne Berufsabschluss,
  • die sich in ihrer momentanen Lebenssituation Hilfe und Unterstützung wünschen,
  • mit erhöhtem sozialpädagogischen Förderbedarf
Leistungen
  • Casemanagement zur Aufarbeitung individueller Problemlagen,
  • Unterstützung, Förderung und Begleitung in allen Bereichen,
  • Kompetenzerfassung (Profil AC)/beruflicher Eignungstest,
  • Berufsorientierung/Hilfe zur Berufswahl,
  • Aneignung bzw. Festigung von beruflichen Fertigkeiten in den Berufsfeldern Handel/Verkauf, Handwerk, Hauwirtschaft/Textil,
  • Erwerb von Befähigungsnachweisen,
  • Vermittlung in Betriebspraktika,
  • Vermittlung und Begleitung am Übergang in Ausbildung und oder Arbeit,
  • Vermittlung in weiterführende Qualifizierungen,
  • Bewerbungstraining,
  • Unterstützungsangebote bei individuellen Problemlagen,
  • Unterstützung in der Lebenspraxis
Partner
  • Erzgebirgskreis,
  • Referat Jugendhilfe,
  • Jobcenter des Erzgebirgskreises,
  • Agentur für Arbeit, Berufsberatung,
  • Regionale Unternehmen,
  • IHK,
  • HWK,
  • Beratungsdienste,
  • Fachdienste,
  • Oberschulen des Erzgebirgskreises,
  • Polizei u.v.m.
Das Projekt wird gefördert durch:

Ansprechpartner für das Angebot

Hartmut Reulecke, Leitung
Frohnauer Gasse 17
09456 Annaberg-Buchholz

fon: 03733 / 426 99 92
fax: 03733 / 426 99 90
hartmut.reulecke@cjd.de

Zuordnung des Angebotes zur internen Struktur des CJD Sachsen